Höher, schneller, weiter – die Evolution des Bloggens und ich

PGTVBLOGGERWORKSHOP
Was möchtest du mit deinem Blog bewegen? Welche Ziele hast du für dich und deinen Blog? Welche Follower-Zahl möchtest du in diesem Jahr noch mindestens knacken? Wie kannst du deine Texte noch besser SEO-optimiert verfassen? Wenn man heute mit dem (Fashion)-Bloggen anfängt oder mehr „mess- und greifbaren“ Erfolg mit seinem Blog haben möchte, sind dies Fragen, die einen bewegen.
Höher, schneller, weiter muss es sein – längst ist das Bloggen heute nicht mehr vergleichbar mit dem Bloggen von damals. „Damals“, das klingt so furchtbar lang her, ich spreche hier die Zeit ab dem Jahre 2008 an. Damals habe ich erst mit dem Blog-Lesen und später mit dem selber schreiben angefangen. Damals gab es noch einen Spirit, nicht wirklich Professionalität, aber Charme.
Heute ist dies anders. Die Evolution des Bloggens ist in vollem Gange und auch ich kann mich ihr nur schwerlich entziehen, vor allem, da man sich weiterentwickelt, seinen Schuhen entwächst. Aus diesem Grund habe ich die Gelegenheit genutzt, und bei dem #PGTVBLOGGERWORKSHOP teilgenommen, der von Vanessa und Markus von pureglam.tv veranstaltet wird und dieses Mal im Radisson Blu Media Harbour Hotel stattgefunden hat. Ich habe jede Menge Dinge über mich und meinen Blog gelernt und einigen Input für mich mitgenommen, was genau ich umsetzen werde und wie ich zu dieser Evolution stehe, könnt ihr nun nachlesen…

 

PGTVBLOGGERWORKSHOP
Wenn man sich 2008 in der Blog-o-Sphäre umgeschaut hat, gab es nur wenige Blogs. Hätte ich damals einen Beitrag geschrieben, so hätte er in etwa so ausgesehen: ich stelle mich vor einem Spiegel, mache ein Spiegelbild von mir und erzähle, dass ich den Morgen über in der Schule war, danach zu Freundin XY gegangen bin, nebenher kurz einen Abstecher in den örtlichen Douglas gemacht habe und wir ja solch einen Spaß hatten. Dutzende Kommentare.
Heute sieht der Spaß ganz anders aus: Blogger überbieten sich an Fotoqualität, Kooperationen und tiefgründigen oder zumindest SEO-optimierten Texten. Oft habe ich das Gefühl, dass nicht mehr der Spaß, nicht mehr der Lust auf Mode im Vordergrund steht. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber in meinen Augen ging der Spirit verloren – aus einer Community ist ein Medium geworden, das seine Leser entertaint.
Obwohl ich das schade finde: es musste so kommen. In einer Leistungsgesellschaft wird auch der Spaß nicht mehr nur zum Vergnügen gelebt. Auch bei seinem Hobby muss man immer höhere Erwartungen erfüllen, ganz zu schweigen von den Seelen, die dieses Leben tatsächlich als Beruf nachgehen wollen. Abhängigkeit von Klicks, persönlicher Druck und der eigene Anspruch an sich selbst – ihr seht, es musste so kommen.
Für mich war Bloggen immer nur ein Hobby. Natürlich ist es nett, wenn man durch eine Tätigkeit, die man mag und der man sowieso nachgegangen wäre die Chance hat auf tolle Kleidung oder Produkte – dafür dann auch noch bezahlt werden klingt natürlich noch toller. Aber mal ganz ehrlich: Bloggen kann hart sein. Es ist nicht immer nur hübsch aussehen, in tollen Klamotten spazieren gehen und dabei ein wenig knipsen. Outfits müssen durchdacht werden, oft werden mehrere Looks an einem Tag geshootet, damit man den Blog mit Inhalten füllen kann. Nebenher müssen Mails abgearbeitet werden, die Social Media Accounts müssen gepflegt werden und wenn man ganz viel Lust hat, könnte auch das nächste Youtube-Video geschnitten werden – natürlich muss man all dies auch auf Snapchat veröffentlichen, man will ja mit der Zeit gehen, man wartet also nur auf die nächste App, die einen wahnsinnig viel Zeit kostet. Wenn man dann noch zu den ganz Wagemuten gehört, möchte man dies hauptberuflich machen: sich von Klickzahlen abhängig machen.
Das ist nicht so meine Welt, und trotzdem habe ich einen der bekanntesten Workshops in diesem Bereich besucht, hauptsächlich, weil mich das Thema Youtube interessiert, da ich immer wieder zu hören bekomme, dass ich doch auch mal Videos drehen sollte. Außerdem kann man sich dem Fortschritt ja dann doch irgendwie nicht entziehen und man ist neugierig darauf, wie andere einen selbst und den Blog sehen und beurteilen.
Aus diesem Grund habe ich (wie ihr vielleicht schon gesehen habt) einige Änderungen am Design beschlossen, meine liebe Julie von Munich Paris Design hat mich dabei natürlich wieder tatkräftig unterstützt. So findet ihr nun doch keinen Slider mehr, da er wohl die Ladezeit negativ beeinträchtigt und vom Inhalt ablenkt, außerdem habe ich nun ganz sichtbar unter meinem Logo meine Blogkategorien eingefügt und mein „Über mich“ überarbeitet. Zudem werde ich demnächst auch anfangen für Youtube zu drehen, bin schon sehr gespannt, wie dies bei euch ankommt.
Aber nicht alles werde ich ändern, so ist mein Schreibstil vielleicht nicht wunderbar SEO-optimiert, aber er gehört zu meiner Seele; so werde ich auch weiterhin nicht nur über mein Outfit schreiben sondern weiterhin über Dinge und Ereignisse schreiben, die mich bewegen. Auch Snapchat hat mich bisher nicht wirklich überzeugt, neben dem Studium und all den anderen Dingen, die ich täglich zu erledigen habe, möchte ich meine Zeit nicht noch dafür investieren.
Ich habe gelernt, dass mit der Zeit gehen – in dem Maße, wie man es für richtig hält – gar nicht so negativ behaftet ist, wie es vielleicht in meinem Hinterkopf spukte. Ich sagte es bereits oben; es musste so kommen. Und im Grundsatz ist es auch eine schöne und positive Entwicklung: durch die Professionalisierung im Bereich Blogging werden wir Blogger auch von Firmen ernstgenommen, können unsere Reichweite vergrößern, mehr Menschen erreichen und eine Stimme sein. Und das eine zu tun bedeutet nicht gleich, dass man das andere lassen muss – ich denke, dass wenn man an dem Spirit festhält, man diesen auch bei steigender Kommerzialisierung leben kann. Das sehe ich selbst immer wieder, sei es bei Bloggertreffen (viele Bloggerinnen zählen heute sogar zu meinen Freundinnen), bei der gegenseitigen Unterstützung und Tipps, die man sich im Mail-Verkehr gibt oder bei lieben Kommentaren, die man von seinen Blogger-Kolleginnen erhält.
PGTVBLOGGERWORKSHOP
v.l.n.r.: Lea von when love speaks, meine Wenigkeit, Christina von Madame ChristinVanessa von pureglam tvSabrina von BrinisFashionBookRabea von The golden KitzEmilie von La Mode et Moi, Julia von Des belles choses und der Social Media Managerin des Radisson Blu Hotels – vielen Dank an Markus für das tolle Foto!
Vielen Dank an Vanessa und Markus für all den Input, die Tipps und euer Engagement, mit dem ihr uns beraten und betreut habt, an das gesamte Team von Radisson Blu Media Harbour Hotel in Düsseldorf und an all die lieben Mädels, mit denen ich das Wochenende verbracht habe – es war mir wirklich eine Freude und ich hoffe, dass man bald erneut die Gelegenheit zum Gespräch bekommt, ein Brunch in der Nachbarstadt wäre doch da schon mal eine hervorragende Idee.
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5 Kommentare

  1. 24. September 2015 / 7:54

    Ein sehr schöner und ehrlicher Beitrag, liebe Tina. Darin steckt ganz viel Wahrheit! Ich glaube ganz fest daran, dass wir den Spirit durchaus behalten können, auch wenn die Professionalisierung mehr und voran schreitet. Klar, es wird immer diejenigen geben, bei denen das nicht im Vordergrund steht, aber für mich steht fest, dass ich so weder bin, noch mit dahin entwickeln will und das ist auch ganz gut so.

    Viele Grüße, Ally

  2. kerstinix
    24. September 2015 / 12:27

    Super schön und ehrlich geschrieben! Ich finde es gut, dass du „mit der Zeit gehst“ aber trotzdem deinen Stil beibehaltest. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Bloggen so wie es jetzt ist sogar teilweise lieber mag – ich liebe es durch Blogs zu stöbern, neue Tipps zu erhalten und trotzdem persönliche Texte zu lesen. Der Tagesablauf á la „gestern war ich mit meiner Mutter essen“ steht für mich da dann doch eher im Hintergrund 😀
    Ich liebe by the way auch deinen Blog so wie er jetzt ist!

    Love, Kerstin
    http://missgetaway.com

  3. 24. September 2015 / 13:11

    Ein toller Beitrag! Bei dem Workshop wäre ich auch gerne dabei gewesen!

  4. 26. September 2015 / 15:29

    Ein wirklich spannender Post. Es stimmt schon was du da sagst. Bei dem ein oder anderen Blogger hat man wirklich mehr als nur ein Gefühl das der Erfolg und die Klicks der absolute Fokus sind. Ich denke da auch manchmal, wieso folgen diesem Blog soviele, dabei ist er so 0815. Ich persönlich genieße es, wenn ein Post mit ein paar persönlichen Zeilen beginnt.
    Das Klima finde ich bei Blogs persönlich viel schöner als auf Youtube. Ich finde hier gibt es wenig Hate und das ganze ist hier nicht so gekauft… Kommt natürlich immer auf den Youtuber an.
    Bin auf deine Videos sehr gespannt.

    Fühl dich gedrückt, Selina<3
    http://kusselina.blogspot.de

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