Ist Naturkosmetik die Kosmetik der Zukunft?

Naturkosmetik Teaser

Schaue ich mich in meinem Freundeskreis um, so sehe ich, dass nicht nur ein gesellschaftlicher Wandel insgesamt, sondern auch ein Umdenken direkt vor meinen Augen stattgefunden hat – in Bezug auf Fitness hat die #FitFam fast ihren Höhepunkt (in etwa so wie damals in den 1990ern!) erreicht, gefühlt jeder ist irgendwo im Fitnessstudio angemeldet, man sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn man eine Plastiktüte kauft, weil man seinen Jutebeutel heute zu Hause vergessen hat und sofern jemand nicht laktoseintolerant ist, sollte er sich dringend überlegen, ob er nicht doch vegan leben mag und dazu noch direkt auf Salz, zugesetzte Fette und natürlich Zucker verzichtet.

Was ich nun hier bewusst überzeichne, ist im Grunde ein Lifestyle, den man getrost als „bewusst“ beschreiben kann und mit dem ich definitiv in vielen Punkten d’accord gehe. Sofern es zeitlich passt, bemühe ich mich um sportliche Aktivitäten, tatsächlich gehe ich immer mit einem Jutebeutel einkaufen und die Massentierhaltung sowie auch insgesamt die Ausbeutung der Tiere (und unseres Planeten) ließ mich schon mehr als nur einmal voller Gedanken und Trauer stehen – wobei ich mich bis heute nicht dazu durchringen kann vegan oder komplett vegetarisch zu leben. Darum soll es heute aber auch gar nicht gehen – wobei ich denke, dass sowieso jeder Schritt in die richtige Richtung wichtig ist.

Ich möchte den #HealthyLifestyle, der aktuell nur zu oft in den Social Media Channels zelebriert wird, ein wenig weiterspinnen – denn was mich oft in diesem Zusammenhang gewundert hat, ist die Tatsache, dass zwar jeder irgendwie #healthy lebt und wirklich alles hinterfragt wird (was natürlich grundsätzlich super ist), jedoch im Bereich Beauty trotzdem oft wirklich richtig „schlechte“ Produkte weiterhin verwendet werden. Irgendwie paradox.

Anfang 2015 begann ich ein kleines Experiment, ein Selbsttest sozusagen; ich wollte meine komplette Pflege auf Naturkosmetik umstellen. Weil ich diesen bewussten Lebensstil auch auf meine Kosmetik übertragen wollte. Weil ich keine unnötigen und vielleicht sogar schädlichen Inhaltsstoffe vercremen wollte. Weil zu einem gesunden Lebensstil auch „gesunde“ Produkte gehören – beim Essen und auch in der Kosmetik. Wie ich mein Experiment empfunden habe, wie es heute aussieht und welche Produkte ich euch empfehlen kann, könnt ihr nun wie immer nach nur einem Klick nachlesen.

Wie kamst du auf die Idee deine Pflege auf Naturkosmetik umzustellen?

Eigentlich ist es genau so, wie ich es oben beschrieben habe – bei all der Ausrichtung auf einen gesunden Lifestyle wird der Beauty-Bereich oft vollkommen vergessen, nachdem ich mich aber mal ein wenig mit den Inhaltsstoffen beschäftigt habe, war für mich vollkommen klar, dass ich da etwas ändern musste.

Den Stein ins Rollen brachte jedoch ein Beitrag im TV über Deos ohne Aluminium – damals , das war im Sommer 2014, habe ich auch einen Blogpost dazu geschrieben. Es klingt jetzt wirklich sehr naiv, aber bis dahin habe ich ehrlich gesagt noch nicht wirklich darüber nachgedacht, dass in den Produkten, die es hier auf dem europäischen Markt zu kaufen gibt, Inhaltsstoffe verarbeitet sein könnten, die in irgendeiner Form bedenklich sein können.

Nachdem ich jedoch Codecheck für mich entdeckt habe, war ich erstmal ziemlich schockiert: so ziemliches jedes Kosmetikprodukt in meinem Badezimmer ist in irgendeiner Form bedenklich. Diesen Zustand fand ich dann sehr bedenklich und so festigte sich die fixe Idee, dass ich meine komplette Pflege auf Naturkosmetik umstellen wollte.

Wie lief die Umstellung auf Naturkosmetik ab?

Also zunächst sei gesagt, dass Naturkosmetik da vielleicht nicht immer der beste und passendste Oberbegriff ist – denn wirkliche Naturkosmetik habe ich nicht immer 100%ig verwendet – eher ging es mir darum, dass ich die Produkte bedachter auswähle und bedenkliche Inhaltsstoffe so gut wie es geht vermeide. So war es nicht immer nur Naturkosmetik, jedoch Kosmetik, die im Vergleich zu den Produkten, die ich davor gekauft habe, von den Inhaltsstoffen her deutlich besser und unbedenklicher war.

So griff ich bei den Deos als erstes zu Alternativen ohne Aluminium, machte mich dann auf die Suche nach passender Haarpflege, wurde bei den richtigen Körperpflegeprodukten fündig und war bei der Gesichtspflege dann irgendwann sehr ernüchtert. In puncto dekorative Kosmetik habe ich leider keine Erfahrungen gesammelt, da ich mit dem angebotenen Sortiment ehrlich gesagt nicht so viel anfangen konnte.

Wie ist dein Fazit zu der Umstellung auf Naturkosmetik?

Auch hier wieder vorweg: Naturkosmetik ist es bei mir nicht immer 100%ig gewesen, dafür aber mit Bedacht gewählte Produkte mit weitaus weniger bedenklichen Inhaltsstoffen.

Also insgesamt ist mein Fazit doch sehr durchwachsen und obwohl ich ein Jahr lang durchhalten wollte, habe ich bei manchen Produkten nach ca. einem halben Jahr wieder auf meine üblichen Verdächtigen zurückgegriffen.

Natürlich wäre reine Naturkosmetik die gesündeste und unbedenklichste Lösung für alle unsere Beauty-Problemchen, jedoch ist sie in meinen Augen nicht immer das Beste, gerade im Bereich der Gesichtspflege oder der dekorativen Kosmetik habe ich in einigen Punkten Schwächen gesehen und war nicht immer zufrieden, sodass ich da nun wieder zu meiner regulären Pflege greife.

Jedoch gab es auch viele Überraschungen (die sogar rückblickend in der Mehrheit waren!), die mich überzeugt haben und die ich seitdem durchgehend verwende. Gerade bei so alltäglichen Dingen wie Seife greifen wir oft zu so schlechten Produkten obwohl es wirklich gute Alternativen gibt – gerade deswegen bin ich froh, dass ich es doch zumindest mal versucht habe.

Und wie so oft im Leben ist es doch so, dass ein gesundes Mittelmaß der Schlüssel zu allem Guten ist – und ich denke, dass die kleinen Veränderungen im Großen und Ganzen ihre positiven Effekte für unsere Gesundheit haben werden. Genau deswegen plaudere ich nun ein wenig aus dem Nähkästchen und zeige ein paar Produkte aus meinem Selbstversuch, die ich mehr oder weniger gut empfehlen kann.

Deos ohne Aluminium

Das richtige Deo

Ein Deo ohne Aluminium war mein erstes Produkt, bei dem ich auf die Inhaltsstoffe geachtet habe. Bis dahin habe ich immer ein Deo von Garnier benutzt, welches quasi nur aus Aluminium bestand – ich war zwar sehr zufrieden damit, aber die Gefahren, die von diesem Inhaltsstoff im Deo ausgehen könnten, waren mir zu groß (ja, ich weiß, da ist man sich immer noch uneinig aber lieber nichts riskieren!) und so wollte ich einfach mal schauen, ob mich ein anderes Deo vielleicht ebenso überzeugen kann.

Und ganz ehrlich: auch bis heute habe ich noch kein Deo gefunden, was mich damals hätte zufrieden stellen können. Und das wird es auch nicht geben, da Aluminium im Deo dafür sorgt, dass man nicht in Schweiß ausbricht – ein Deo ohne Aluminium hat da eine andere Taktik.

Nachdem ich mich damit abgefunden habe, kann ich nun sogar sagen, dass es manche Deos ohne Aluminium gibt, die tatsächlich ganz gut sind: ganz oben dabei ist das Sprüh-Deo von CD (sowieso ist CD eine der größten Überraschungen in meinem Selbstversuch, mittlerweile nutze ich die Marke bei vielen Produkten!) und das Pure Frische von Garnier. Auch das von Vichy hat eine gute Wirkung, jedoch bin ich nicht immer ein Fan der Stick-Form. Das Deo von Nivea hat mich enttäuscht, das würde ich nicht noch einmal kaufen.

Haarpflege Naturkosmetik

Die passende Haarpflege

Im Bereich der Haarpflege habe ich zuerst die verschiedensten Produkte von alverde ausprobiert und war auch eine Zeit lang zufrieden (hier kann ich die pinke Feuchtigkeitsserie empfehlen), jedoch kennt ihr das bestimmt: man hat das Gefühl, dass sich die Haare an ein Produkt gewöhnen und dann wirkt es irgendwie nicht mehr so wie gewünscht. Schon früher habe ich deswegen öfters mal die Haarpflege gewechselt, wobei ich dann auch ab und zu immer zu einem schon mir bekannten Produkt greife.

Glücklicherweise durfte ich dann Produkte der Schweizer Marke Rausch testen, von denen ich bis heute sehr überzeugt und auch begeistert bin – mittlerweile habe ich sie sogar schon nachgekauft. Empfehlen kann ich hier die Serie für geschädigtes Haar, da sie wunderbar reichhaltig ist und die Haare sehr gut pflegt. Obwohl der Duft nicht gewohnt blümerant daherkommt, ist die Wirkung tatsächlich genau wie gewünscht; die Haare fühlen sich schön und geschmeidig an und sind zudem gesund. Rausch ist auch keine klassische Naturkosmetik-Marke, jedoch wird auch hier ganz besonders auf die Inhaltsstoffe geachtet, sodass die Produkte ohne Silikone oder Parabene auskommen – insgesamt sehr empfehlenswert!

Allerdings greife ich trotzdem ab und zu (Thema: Gewöhnung) zu anderen Produkten, so muss es manchmal meine geliebte Therapiste Serie von Kérastase sein und von Zeit zu Zeit greife ich auch auf Drogerie-Produkte zurück (die natürlich auch sehr einfach zu bekommen sind).

Beim Haaröl kann ich das von Wella wärmstens empfehlen, welches laut Codecheck absolut keine bedenklichen Inhaltsstoffe hat – auch das von Icon ist gut und überzeugt neben der Geschmeidigkeit auch durch seinen tollen Duft. Ansonsten finde ich auch das Mythic Oil gut, die einzigen bedenklichen Inhaltsstoffe sind hier die Duftstoffe.

Bodypflege Naturkosmetik

Die natürliche Körperpflege

In puncto Körperpflege war ich mit den Produkten von alverde gar nicht zufrieden, es ist einfach nicht mein Geruch und auch die Konsistenz ist in vielen Punkten nicht schön.

Auch hier hat mich CD wieder sehr überzeugt, die Waschgele sind grandios und absolut empfehlenswert – seitdem kaufe ich keine anderen mehr, wobei ich vom Duft her noch ein wenig mehr Auswahl bevorzugen würde.

Bei der Pflege (nicht der Gesichtspflege, da vertrage ich die Cremes leider nicht) für den Körper greife ich gern auf das Körperöl von Weleda zu, welches super einzieht und schön reichhaltig ist. Für jeden Tag überzeugt mich SBT, gerade meine Arme brauchen besondere Pflege, da ich seit jeher an Reibeisenhaut leide und nur eine richtige und auch gute Pflege bietet hier eine Besserung, sodass man davon gar nichts mehr sieht – mit der Cellrepair Creme habe ich genau diese Wirkung erreichen können. Zudem zieht auch dieses sehr gut ein und hinterlässt keinen unschönen Film auf der Haut.

Bei der Gesichtspflege griff ich zunächst auf alverde und dann auf Weleda zurück – mit beiden Marken bin ich nicht glücklich geworden und überlege aktuell mal Aesop auszuprobieren – bisher verwende ich hier weiterhin meine regulären Produkte.

Als Waschgel kann ich hier jedoch das „Tägliche Peeling“ von CD empfehlen – keine bedenklichen Inhaltsstoffe und ein richtig gutes Produkt.

Nagelpflege Naturkosmetik

Die sonstige Pflege

Und auch sonst versuchte ich „bessere Produkte“ zu kaufen; so nutze ich seitdem Biorepair als Zahnpasta, habe mich von Formaldehyd in Nagellacken entfernt und auch bei der Lippenpflege achte ich auf die Inhaltsstoffe.

Den Lippenpflegestift von Weleda kann ich daher hier sehr empfehlen und auch die eos Lipbalms erfüllen ihren Zweck, jedoch passen diese aufgrund der Duftstoffe meist nicht unter die Beschreibung „Naturkosmetik“.

Manchmal geht es aber trotzdem nicht, zum Beispiel bei den Fingernägeln; zwar hat Alessandro mit seiner Colour Explosion die neuen Nagellacke auf 7-free umgestellt und mittlweile gibt es auch vegane Handcremes (Carrot & Orange überzeugte mich – nicht nur vom Namen her – direkt, als ich das Sample-Paket dazu öffnete), jedoch nutze ich auch andere Nagellacke wie die von Essie oder L’Oréal, sodass sich das nicht konsequent durchziehen lässt.

Naturkosmetik Ende

Wie steht ihr zum Thema Naturkosmetik und bedenkliche Inhaltsstoffe?

Achtet ihr darauf beim Einkauf?

Welche Produkte – mit unbedenklichen Inhaltsstoffen – könnt ihr besonders empfehlen?

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2 Kommentare

  1. Sabine
    9. Juni 2016 / 21:15

    Ein sehr schöner Post liebe Tina!

    Liebe Grüße

    Sabine

    • Tina Carrot
      Autor
      13. Juni 2016 / 22:40

      Vielen Dank! 🙂

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